Gute Nacht Geschichte für Kinder
Einschlaf- und Gute – Nacht – Geschichte für Kinder ab 3 Jahren
Kleiner Fisch, warum bist du noch wach?
Tief unten im Meer liegt ein kleines Korallenriff. Am Tag ist hier immer etwas los. Bunte Fische flitzen zwischen den Korallen hindurch, Seepferdchen lassen sich von der Strömung treiben und kleine Krebse krabbeln über den sandigen Meeresboden.
Doch jetzt wird es langsam dunkel.
Die Sonne verschwindet hinter dem Horizont und durch das Wasser fallen nur noch wenige goldene Lichtstrahlen. Nach und nach ziehen sich die Bewohner des Riffs in ihre Verstecke zurück.
Nur ein kleiner Fisch schwimmt noch herum.
Eigentlich kennt er jeden Winkel des Riffs. Und trotzdem entdeckt er heute überall etwas, das ihn zum Anhalten bringt.
An der großen Fächerkoralle muss er an das Wettrennen mit seinem besten Freund Fips denken. Die beiden sind heute so schnell um die Koralle geschwommen, dass Fips mitten in einer dicken Alge gelandet ist.
Der kleine Fisch muss grinsen.

„Das war lustig.“
Dann schwimmt er weiter und entdeckt die rosa Muschel, die sie am Nachmittag gefunden haben. Sie liegt noch immer zwischen zwei Korallen und schimmert im letzten Licht des Tages.
Der kleine Fisch schwimmt ganz nah heran.
„Die ist so wunderschön.“
„Das finde ich auch.“
Der kleine Fisch zuckt zusammen und dreht sich um.
Hinter ihm schwimmt plötzlich seine Mama.
„Kleiner Fisch, warum bist du noch wach?“
„Ich bin noch gar nicht müde“, antwortet er schnell.
Mama Fisch schaut ihn an.
„Gar nicht?“
„Nein.“
In diesem Moment muss der kleine Fisch gähnen.
Schnell versucht er, es zu verstecken.
Mama Fisch lächelt.
„Komm, ich begleite dich nach Hause.“
Der kleine Fisch schwimmt langsam weiter.
„Ich möchte aber noch nicht schlafen.“
„Warum nicht?“
Der kleine Fisch weiß es selbst nicht genau.
Also schwimmt Mama Fisch einfach neben ihm her.
Gemeinsam gleiten sie durch das ruhiger werdende Riff.
Der kleine Fisch erzählt von seinem Tag. Von Fips, der unbedingt das Wettrennen gewinnen will. Vom Oktopus, der sie mit seinen Blubberblasen erschreckt hat. Von der rosa Muschel, die sie entdeckt haben.
Während er erzählt, muss er immer wieder lachen.
„Und dann behauptet Fips auch noch, dass er gewonnen hat!“
„Hat er denn gewonnen?“, fragt Mama.
Der kleine Fisch schaut zur Seite.
„Na ja … vielleicht.“
„Vielleicht?“
„Er war ein kleines bisschen schneller.“
Mama Fisch lacht.
Der kleine Fisch muss ebenfalls lachen.

Doch als sie weiter durch das Riff schwimmen, wird er plötzlich still.
Über ihnen liegt die Wasseroberfläche dunkel und ruhig. Das Mondlicht fällt durch das Wasser und lässt die Korallen silbern schimmern.
„Mama?“
„Ja?“
„Heute ist so ein schöner Tag.“
„Ja“, sagt Mama. „Das ist er.“
Der kleine Fisch schaut zurück.
„Und jetzt ist er vorbei.“
Mama schwimmt ein wenig näher zu ihm.
„Warum macht dich das traurig?“
Der kleine Fisch überlegt lange.
„Weil ich nicht möchte, dass er zu Ende ist.“
Er schaut auf seine Flossen.
„Wenn ich jetzt einschlafe, ist der schöne Tag vorbei.“
Mama Fisch versteht.
Sie fragt nicht, warum er nicht einfach schlafen geht. Sie sagt auch nicht, dass morgen wieder ein neuer Tag kommt.
Und genau hier beginnt das eigentliche Abenteuer …
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