Mähdrescher / Erntegeschichte für Kinder
Eine süße Geschichte über einen großen, grünen Mähdrescher und eine kleine Maus
Bauer Markus und sein Mähdrescher – Die Rettung des kleinen Feldmäuschens
Die ersten Sonnenstrahlen klettern über die Dächer eines Bauernhofs in einem kleinen Dorf. Ein Hahn kräht laut: „Kikeriki!“ Schwalben ziehen zwitschernd ihre Kreise am Himmel, und auf den Wiesen glitzern Tautropfen wie winzige Diamanten. Es ist eine ganz besondere Zeit im Sommer – die Erntezeit hat begonnen.
Bauer Markus hat bereits sein Marmeladenbrot gegessen und öffnet gut gelaunt das große Tor seiner Maschinenhalle. Vor ihm steht sein großer, grüner Mähdrescher.
Für Markus sind das die wichtigsten Tage des Jahres. Wochenlang ist das Getreide auf den Feldern gewachsen. Nun ist es trocken und bereit für die Ernte.
„Guten Morgen, mein Freund“, sagt Markus. „Heute wartet jede Menge Arbeit auf uns.“
Bevor es losgeht, kontrolliert Markus seine Maschine ganz genau. Er prüft die großen Reifen, schaut nach dem Ölstand und kontrolliert das Kühlwasser. Mit einem Tuch wischt er den Staub von den Scheinwerfern und bläst den Kühler mit Druckluft sauber.
„An einem Erntetag muss einfach alles funktionieren“, sagt er zufrieden.
Zum Schluss wirft er noch einen Blick auf das breite Schneid
„Perfekt! Keine Steine, keine Äste – alles ist bereit.“
Er steigt die kleine Leiter hinauf in die Fahrerkabine. Von hier oben kann er weit über die Felder schauen.
Mit einem Dreh des Schlüssels startet er den Motor.
„Brummmmm … Brummmmm …“, macht der Mähdrescher.

Zur gleichen Zeit sitzt tief unten zwischen den hohen Weizenhalmen ein kleines Feldmäuschen.
Es heißt Pieps.
Für Pieps ist das Feld die schönste Welt überhaupt. Zwischen den Halmen kennt es jeden kleinen Pfad und jeden versteckten Winkel. Jeden Morgen flitzt es durch seine schmalen Mäusegänge und sammelt Körner für seinen Vorrat.
Heute summen Hummeln zwischen den Kornblumen, Schmetterlinge tanzen über den Blühstreifen und eine Feldlerche singt hoch oben am Himmel.
„Nur noch ein paar Körnchen“, piepst Pieps fröhlich. „Dann habe ich genug für heute.“
Was das kleine Mäuschen nicht weiß:
Heute ist Erntetag.
In diesem Moment fährt Tom mit seinem grünen Traktor auf den Hof von Markus. Hinter dem Traktor rollt ein großer Getreideanhänger.
„Guten Morgen, Markus!“
„Guten Morgen, Tom“, begrüßt ihn Markus. „Das Wetter ist heute perfekt. Der Weizen ist trocken. Genau so muss es sein, damit wir ihn gut ernten und später zur Mühle bringen können.“
Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum Feld.
Vor ihnen leuchten die goldenen Weizenähren wie ein riesiges Meer. Der warme Sommerwind streicht sanft über die Halme, sodass sie sich wie kleine Wellen hin und her bewegen. Lerchen steigen singend in den Himmel auf, während bunte Schmetterlinge über den Blühstreifen am Feldrand flattern.
„Ist das nicht wunderschön?“, fragt Tom.
Markus lächelt und nickt.
„Ja. Jedes Jahr freue ich mich auf diesen Anblick. Und bald wird aus all diesen Körnern etwas, das fast jeder jeden Tag isst.“
Langsam setzt sich der Mähdrescher in Bewegung.
„Brumm … Brumm … Ratter …“
Vorne beginnt sich die große Haspel langsam zu drehen.
„Schau mal“, erklärt Markus. „Die Haspel legt die Halme vorsichtig zum Schneidwerk. Dort schneidet ein scharfes Messer die Halme sauber ab.“
Tom fährt ein Stück auf dem Mähdrescher mit. Seinen Traktor mit dem Anhänger hat er am Feldrand abgestellt und hört gespannt zu.
„Und was passiert dann?“

„Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.“
Im Inneren des Mähdreschers dreht sich eine große Dreschtrommel. Sie löst die Körner vorsichtig aus den Ähren. Danach fallen die Körner über Siebe. Ein kräftiges Gebläse bläst die leichten Spelzen heraus. Nur die schweren, goldenen Körner gelangen schließlich in den großen Korntank.
Das gehäckselte Stroh verteilt sich gleichmäßig hinter dem Mähdrescher auf dem Feld.
„Später pressen wir daraus Strohballen oder arbeiten es wieder in den Boden ein“, erklärt Markus.
„Ganz schön beeindruckend, so ein Mähdrescher“, staunt Tom.
Markus lenkt die große Maschine ruhig über das Feld.
Bahn für Bahn verschwindet der reife Weizen im Mähdrescher.
Doch tief unten zwischen den Halmen sammelt Pieps noch immer fleißig seine Körnchen.
Es bemerkt nicht, dass der sichere Feldrand inzwischen weit hinter ihm liegt.
Plötzlich spürt das kleine Mäuschen ein leichtes Zittern im Boden.
Es hält inne.
„Was ist das denn?“
Das Zittern wird stärker.
„Brummmmm …“
Ein tiefes Grollen kommt immer näher.
Und genau hier beginnt das eigentliche Abenteuer …
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