Halloweengeschichte für Kinder
Kindergeschichte für Halloween zum Gruseln
Info: Halloween ist die Zeit des Grusels und diese Geschichten sind spannender als andere. Aber alle Geschichten sind für euch mit Geistern gekennzeichnet, so seht ihr vorab, wie gruselig die Geschichte ist.
👻 = ein bisschen gruselig
👻👻 = gruselig
👻👻👻 = sehr gruselig
Das Licht im Fenster 👻👻
Mia hat keine Lust auf Halloween.
Schon seit Tagen reden alle davon. In der Schule erzählen die Kinder, als was sie sich verkleiden wollen, und auf dem Heimweg hängen überall Spinnennetze in den Bäumen. Vor den Häusern stehen Kürbisse mit grinsenden Gesichtern, und aus manchen Fenstern leuchten kleine Gespenster und Fledermäuse.
Und heute Abend wird es noch schlimmer.
„Süßes oder Saures!“
Mia kann den Satz jetzt schon nicht mehr hören.
Vor einer Woche hat ihre Mama ihr ein Hexenkostüm gekauft.
„Das ist doch schön“, hat sie gesagt.
Aber Mia findet es überhaupt nicht schön. Der schwarze Umhang kratzt, der Hexenhut rutscht ständig zur Seite und außerdem versteht sie nicht, warum sie den ganzen Abend durch die Gegend laufen soll, nur um Süßigkeiten zu sammeln, die sie sowieso nicht alle essen darf.
„Ich bleibe zu Hause“, sagt Mia.
„Wirklich?“
„Ja.“
Also zieht Mia ihren Schlafanzug an, kuschelt sich auf ihr Bett und spielt auf ihrem Tablet.
Draußen wird es langsam dunkel.
Von der Straße dringen Stimmen herein. Kinder lachen, Haustüren werden geöffnet und geschlossen, irgendwo klingelt es.
Dann läuft eine Gruppe am Haus vorbei.

„Süßes oder Saures!“, rufen die Kinder.
Mia verdreht die Augen.
Doch plötzlich hört sie etwas anderes.
Kein Lachen. Keine Stimmen.
Nur einen leisen Windstoß – und ein Klappern.
Mia schaut aus dem Fenster.
Und da ist es wieder.
Das alte Haus gegenüber.
Seit Jahren steht es leer. Die Fenster sind grau vor Staub, im Garten wächst das Unkraut über den Zaun und die Haustür hängt schief in ihren Angeln. Die Fassade hat schon lange keine frische Farbe mehr gesehen.
Niemand wohnt dort.
Aber jedes Jahr an Halloween passiert etwas Merkwürdiges.
Im obersten Fenster geht ein Licht an.
Mia hat es schon oft gesehen. Sie weiß nicht, wer es einschaltet, und eigentlich hat sie sich auch nie besonders dafür interessiert.
Zumindest hat sie das bisher gedacht.
Denn heute Abend brennt das Licht wieder.
Ein kleines, warmes, gelbes Licht mitten in dem dunklen Haus.
Mia schaut eine Weile hinüber.

„Was das wohl ist?“, murmelt sie.
Sie will sich gerade wieder ihrem Spiel zuwenden, als das Licht flackert.
Einmal.
Dann noch einmal.
Mia legt das Tablet zur Seite und schaut genauer hin.
Hinter dem Fenster bewegt sich etwas.
Ein Schatten.
Mia richtet sich auf.
„Was war das?“
Sie geht näher ans Fenster. Der Schatten ist verschwunden, und das Licht brennt wieder ganz ruhig.
Mia wartet.
Nichts.
Schließlich geht sie zurück zu ihrem Bett.
Doch kaum hat sie sich hingesetzt, flackert das Licht erneut.
Dreimal hintereinander.
Mia steht wieder auf.
„Das macht es sonst nicht.“
Sie weiß selbst nicht, warum sie plötzlich so aufgeregt ist. Noch weniger versteht sie, warum sie kurz darauf ihre Jacke anzieht und das Haus verlässt.
Draußen ist es kalt.
Mia zieht den Reißverschluss bis zum Kinn und schaut zum alten Haus hinüber.
Das Licht ist noch da.
„Ich schaue nur kurz nach“, murmelt sie.
Der Weg über die Straße ist nicht weit.
Als Mia vor dem alten Haus steht, bemerkt sie, dass das Gartentor offen ist.
Sie bleibt davor stehen.

Im Dunkeln wirkt der Garten noch unheimlicher als am Tag. Trockene Äste bewegen sich im Wind, und irgendwo raschelt etwas im Gebüsch.
Mia macht einen Schritt zurück.
„Vielleicht ist es ja doch keine so gute Idee.“
Da flackert oben das Licht.
Mia seufzt.
„Na gut.“
Sie schiebt das Tor auf und geht hinein.
Und genau hier beginnt das eigentliche Abenteuer …
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